Der BLM Mustang

Rasseportrait
Quelle: Lena Held

Knapp 50.000 wild lebende Pferde leben frei in Herdenverbänden in den USA. Stellt Euch dieses Bild doch bitte mal vor! Atemberaubend – die Legende lebt!

„Über die Hälfte aller nordamerikanischen Mustangs leben in Nevada. Bedeutende Populationen sind in Montana, Wyoming und Oregon.

Um 1900 hatte die Zahl der Mustangs auf über zwei Millionen zugenommen, sodass sie eine Konkurrenz für die Halter von Nutztieren darstellten. Daraufhin wurden sie zur Fleischgewinnung gejagt. Als die Jagd mit Motorfahrzeugen und Helikoptern aufkam, nahm ihre Zahl rapide ab.

1959 wurden die Mustangs unter Schutz gestellt, und die motorisierte Jagd wurde auf staatlichem Land verboten. Dennoch schrumpften die Bestände weiterhin.

Seit 1971 wird der Bestand der Mustangs vom Bureau of Land Management (BLM) kontrolliert.”

Zitat Wikipedia

Abstammung, Exterieur & Zuchtbuch

 

Die Vorfahren des BLM-Mustangs kamen einst mit spanischen Einwanderern nach Amerika.

 

Das Stockmaß des BML-Mustangs liegt zwischen 140 cm und 160 cm. Ihr Körperbau ist eher schmal und von guter Proportion. Sämtliche Farben sind gängig.

 

Reinrassige Mustangs, die bis zu vier Generationen nach dem Einfangen in der Wildnis gezüchtet wurden, werden im Zuchtbuch der NAMAR geführt. NAMAR North American Mustang Association und Registry – www.namarmustangs.com

Situation in den USA heute

 

Selbst wenn die Vereinigten Staaten ein riesiges Land mit unendlich viel Raum zu sein scheinen, so reichen die Ressourcen für die frei lebenden Mustangpferde nicht. Häufig fehlen Fressfeinde wie Berglöwen, Pumas oder Wölfe, so dass die Population wächst und das Land derart überweidet wird, dass es droht zu versteppen. Damit droht der Verlust weiterer grandioser Landschaften samt Fauna und somit auch des Lebensraums für Mustangs.

 

Das Bureau of Landmark (BLM) versucht, die Herdenverbände auf staatlichem Grund in sogenannten Herd Management Areas (HMAs) zu halten und zu verhindern, dass sie auf privaten Grund abwandern oder sich in Gebiete ausbreiten, die zwar in öffentlicher Hand liegen, aber zu anderen Zwecken gedacht sind, wie beispielsweise der Viehwirtschaft.

 

Natürlich wird das Thema kontrovers diskutiert: Wie viele Mustangs verkraftet das Land? Haben die US-Bürger das Recht, das Land aus wirtschaftlichen Interessen zur Nutztierhaltung oder zur Gewinnung von Gas, Öl und Uran zu gebrauchen und somit in Konkurrenz zum Mustang zu treten? Zerstört nicht die exzessive Nutzung die ursprünglichen Lebensräume noch viel mehr als ein paar wildlebende Pferde und Esel? Wie sähe ein nachhaltiges Konzept aus?

 

* Lösungsansätze *

 

Jetzt mag manch einer meinen, die Selbstregulierung der Bestände sei die beste und natürlichste Auslese. In einigen Gegenden wie beispielsweise im Bundesstaat Nevada funktioniert dies tatsächlich, die Montgomery Pass Herde reguliert sich – auch mit der Hilfe von Berglöwen – selbst: www.nwf.org

 

Anderorts sind die Bedingungen leider anders.

 

Manch einer schlägt die massenhafte Schlachtung oder gar die Freigabe der Jagd auf Mustangs zur Bestandkontrolle vor – was die zuständige US-Behörde rigoros ablehnt und gottlob auch nur in Einzelfällen vorkommt.

 

Der Ansatz, Stuten mit Medikamenten zur Verhinderung von Trächtigkeit zu behandeln, um sie dann wieder in die Freiheit zu entlassen, ist einerseits sicherlich zu begrüßen. Anderseits kommt es leider bei den Round-Ups, dem Zusammentrieb der Pferde, immer wieder zu teils drastischen Unfällen und das eingesetzte Medikament ist nicht frei von Kritik. Die Stuten, die heil aus diesen sogenannten „Gathers“ wieder raus kommen, leben dann ein Jahr – bis zur nächsten Medikamentengabe – wieder in ihrem Herdenverband in freier Wildbahn.

 

Anders ist es um die zur Zeit etwa 47.000 Mustangs bestellt, die gefangen wurden und in einer der unzähligen Auffangstationen, den sogenannten Holding-Facilities, leben. Die Hengste werden kastriert, Stuten mit Fohlen kommen meist in gesonderte Gruppen. Die Ausläufe sind groß und die Pferde werden mit Raufutter versorgt. Die Hufe werden häufig nicht ausreichend abgenutzt und Hufpflege kann nicht stattfinden, da die Pferde nicht an den engen Umgang mit Menschen gewöhnt sind.

 

Eine weiterer Ansatz und auch eine kleine Annahmequelle bietet das BLM durch die sogenannten Adoptionen: Pferde können aus den Auffangstationen in Privathände abgegeben werden.

 

Sofern der Adoptionswillige es sich zutraut, das Pferd selber auszubilden, kann er das Pferd bei einer der Auktionen ersteigern. Er muss eine artgerechte Haltung nachweisen, einen geeigneten Transport sicher stellen können und nach Zahlung seines Gebotes den Mustang abholen. Sofern das Pferd, sein neuer Halter und die Haltungsbedingungen die Kontrollen positiv absolvieren und der Halter das Pferd nicht von sich aus zurückgeben möchte, erhält der Halter nach einem Jahr die Papiere. So wird unter anderem vermieden, dass Schlachter die Pferde kaufen.

 

Adoptionswillige, die sich beispielsweise ein rohes Pferd nicht zutrauen, können sich auch an einen TIP Trainer wenden, TIP = Trainer Incentive Program. Diese Trainer bilden Mustangs aus und geben sie dann weiter. Durch die offizielle Etablierung solcher Trainer wurde die Adoptionsrate deutlich gesteigert.

 

Um Publikumswirksam agieren zu können, werden sogenannte Makeovers veranstaltet. Ungefähr 100 Tage vor der Veranstaltung wird dem TIP-Trainer per Los ein Mustang zugeteilt, mit dem er arbeitet, ihn bei einem Event vorstellt, in dessen Anschluss der Mustang ersteigert werden kann.

 

Trotz der umfangreichen Bemühungen, die Adoptionsrate nach oben zu treiben, werden immer noch deutlich weniger Tiere vermittelt als in Gefangenschaft leben.

 

2004 wurde zudem ein Gesetz verabschiedet, dass Mustangs, die älter als 10 Jahre sind oder dreimal bei einer Adoption nicht vermittelt wurden, an Schlachthäuser verkauft werden können.

 

* Kosten *

 

Die Verwaltung der HMAs, der Einsatz der Kontrazeptionsmittel, die Round-Ups, der Unterhalt der Holding-Facilities und die Adoptionsprogramme kosten das BLM und somit den US-Steuerzahler jährlich unzählige Millionen.

Selber beteiligen

 

* Veranstaltung besuchen *

Mustang Makeover, Deutschland – www.mustangmakeover.de

Extreme Makeover, USA – extrememustangmakeover.com

 

* Spenden *

Mustang Heritage Foundation – mustangheritagefoundation.causevox.com

Wild Horse Education – wildhorseeducation.org

Return to Freedom – returntofreedom.org

ISPMB – www.ispmb.org

Protect Mustangs – protectmustangs.org

 

* Selber engagieren *

Information in den sozialen Netzen und im Internet verbreiten – hört sich so einfach an, erreicht aber in der Summe unzählige Menschen!

 

* Freiwilligenarbeit vor Ort *

Return to Freedom – returntofreedom.org

ISPMB – www.ispmb.org

Wild Horse Rescue – wildhorserescue.org

Protect Mustangs – protectmustangs.org

 

* Mustang-Adoption *

Wie empfehlen Adoptionswilligen für BLM-Mustangs aus dem deutschsprachigen Raum die Hilfe von Silke & Michael Strussione: american-mustang.de oder von Lena Held: www.facebook.com/NAMAGeV/

Autor

Heike Bohländer

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